PORTRAIT
Die Metzgerei in Andelfingen bleibt erhalten: Rolf E. Schäuble hat einen Nachfolger!
Andelfingen bleibt die Metzgerei erhalten. Und auch der Name bleibt gleich:
Hansruedi Bächtold führt als Pächter die Metzgerei Schäuble weiter.

Der Kreis schliesst sich. Als Rolf E. Schäuble in den väterlichen Betrieb einstieg, ging er „auf Kundschaft“. Mit einem bereits pensionierten Mitarbeiter fuhr er Fleisch in Dörfer, unter anderem nach Oberwil. Zu den Kunden gehörte auch der Hof der Familie Bächtold, wo Klein-Hansruedi jeweils ein Würstli bekam. "Immer am Mittwoch um 11 Uhr", erinnert sich Hansruedi Bächtold noch heute und strahlt.
Ob dies seine Berufswahl beeinflusst hat, kann nicht schlüssig geklärt werden. Auf jeden Fall lernte Hansruedi Bächtold in Flaach bei Altorfers Metzger und ging danach zur Migros in den Verkauf. Als "Chef Metzger Springer" lernte er in der ganzen Ostschweiz verschiedene Migros-Läden kennen. Und nun, mit 34 Jahren, ist er bei der Metzgerei Schäuble am Andelfinger Marktplatz gelandet. Nicht als Angestellter, sondern als neuer Inhaber. Mit seiner Frau hat er die Metzgerei Schäuble AG gegründet und pachtet den Betrieb. Einen Namenswechsel wollte er nicht. Es sei ein guter Name und auch das Logo gefalle ihm, sagt Bächtold.
In die Fussstapfen hineinwachsen
Fünf Monate lang wird er von Rolf E. Schäuble gründlich in alle Bereiche eingearbeitet. Das sei nötig, um überall einspringen zu können. Ab Januar 2012 trägt Bächtold dann alleine die Verantwortung. Beide, der neue und der alte Chef, sind sehr zufrieden und überzeugt von der Lösung. Natürlich seien die Fussstapfen gross, sagt Bächtold, er sei aber dankbar und motiviert, da hineinwachsen zu dürfen.
"Es geht nahtlos weiter", freut sich Rolf E. Schäuble und erinnert sich, wie er selber in den Betrieb hineinwachsen musste. 1980 stieg er in den elterlichen Betrieb ein und arbeitete die ersten zehn Jahre noch mit seinem Vater zusammen. 1990 übernahm er die Verantwortung ganz. Auch seine Eltern hätten Freude, dass es unter dem gleichen Namen weitergeht, erzählt Rolf E. Schäuble.
Früh aufgegleist hat er auch seinen Ausstieg. "Wenn du mit 60 aufhören willst, musst du mit 55 anfangen zu suchen", sei ihm geraten worden. Es traf zu. Mit dem Volg hatte er verhandelt, und auch Interessenten für den Laden hätte er gehabt. Zum Beispiel wurden ihm Pläne für eine Bank vorgelegt. Doch Schäuble wollte, dass die Metzgerei bleibt.
Trotz Metzgereisterben (letztes Jahr ging jene in Marthalen zu) glaubt Schäuble an die Branche. "Individualität hat Zukunft", sagt er. Wenn's um Qualität geht, wird er energisch. "Wenn man die Zutaten unserer Würste und jene der Grossverteiler offenlegt, hätten wir fünfmal mehr Umsatz", ist Schäuble überzeugt. Als einst ein Vegetarierrestaurant am Radio für sich warb und als Abschreckung aufzählte, was in Würsten drin sein soll, läuteten bei ihm sämtliche Alarmglocken. Er wurde aktiv und erreichte, dass der Spot nicht mehr ausgestrahlt wurde.
So schnell ging‘s bei der Nachfolgeregelung bekanntlich nicht. Es sei lange Zeit ruhig gewesen. Bis sich auf ein Inserat in der Fachzeitschrift dann Hansruedi Bächtold meldete. Sie seien sich schnell einig gewesen, sagt Rolf E. Schäuble – nicht nur wegen der eingangs erwähnten Anekdote mit dem Würstchen. Bächtold wird nicht nur die Metzgerei mieten, sondern mit seiner Frau und den zwei Kleinkindern (1 und 3 Jahre) in die Wohnung im Haus einziehen.
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